Neustadt, 01.November 2010. Zu der diesjährigen Herbstwanderung der Gemeinde Neustadt machte sich ein Teil der Geschwister und Gäste auf in Richtung Forsthaus Heldenstein. Treffpunkt war die Totenkopfhütte. Um 10 Uhr ging es zunächst einige Kilometer bergab, bevor der Aufstieg zum Forsthaus Heldenstein begann. Nach einer Stärkung mit Pfälzer Köstlichkeiten war man gerüstet, den letzten Aufstieg zum Schänzel und dem Schwedenstein zu nehmen. Dieser Stein erinnert an so manche Schlacht gegen schwedische und französische Soldaten im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges, dem viele Soldaten zum Opfer fielen.
Nach einem historischen Vortrag über den gesschichtlichen Hintergrund, der von Patricia Joder professionell aufgearbeitet wurde, verband man sich in einem Gebet und einem Liedvortrag (Der Herr ist mein Licht und ist mein Heil…) mit den Seelen aus der Welt des Geistes und lud alle zum bevorstehenden Entschlafenengottesdienst ein. Danach ging es über den Schänzelturm zurück zur Totenkopfhütte, wo man sich bei Kaffee und Kuchen von der ca. 12 km langen Tour erholte.
Während des Dreißigjährigen Krieges hatten hier, im Jahre 1635, schwedische Truppen ihre Stellungen. Sie standen unter dem Kommando von Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar (*16.08.1604 - †18.07.1639). Er war einer der berühmtesten Feldherren seiner Zeit. Zu Beginn des Krieges kämpfte er auf Seiten der Deutschen, wechselte im Jahre 1630 zu den Schweden und ab 1635 kämpfte er auch noch für Frankreich. Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges, im Jahre 1634, als schwedische Soldaten zusammen mit dem Herzog nach Süddeutschland vordrangen, trafen sie auf kaiserlichen Truppen und es kam zur Schlacht bei Nördlingen, wobei die Schweden eine vernichtende Niederlage erlitten. Diese zogen sich dann aus der Region zurück, während Herzog Bernhard mit seinen Soldaten über den Rhein ging, wo er auf Verstärkung durch französische Truppen hoffte. Diese kamen auch, aber nur bis nach Landau und wurden dann zu anderen Kriegsschauplätzen abgezogen. Der Herzog, nun alleine gelassen, musste mit einem Angriff auf seine dünne Verteidigungslinie rechnen. Vorsorglich ließ er seine Soldaten auf den Bergpässen schanzen. Daher kommt der Name Schänzel.